Fritz Mastny

Handelsangestellter. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1921   † 1943

 

Lebenslauf

Friedrich Mastny wurde am 11.3.1921 in Wien geboren. Er arbeitete als Handelsangestellter. Mastny war von früher Jugend an bei den Kinderfreunden aktiv, danach bei den Roten Falken. Dort lernte er Ernst Burger kennen, der ihn nach der Niederlage der Sozialdemokratie im Februar 1934 zum Kommunistischen Jugendverband (KJVÖ) brachte. Ab 1938 gehörte Mastny der Wiener Leitung des KJVÖ an. Er beteiligte sich auch an der Herausgabe und Verbreitung illegaler Zeitungen wie "Die rote Jugend".

Gruppe "Soldatenrat"

Friedrich Mastny gehörte der Widerstandsgruppe "Soldatenrat" an. Der "Soldatenrat" verfolgte das Hauptziel, Angehörige der Wehrmacht zur Desertion aufzufordern. Dies geschah durch die Herstellung und Verbreitung von Flugblättern und Feldpostsendungen, wo gegen die kriegerischen Ambitionen des NS-Regimes Stellung bezogen wurde. Friedrich Mastny kaufte gemeinsam mit Elfriede Hartmann und Walter Kämpf einen Vervielfältigungsapparat an, durch den die kommunistischen Flugschriften "Die Rote Jugend" und "Der Soldatenrat" in mehreren Tausend Exemplaren hergestellt wurden. Der Gefreite Friedrich Mastny übermittelte der Gruppe Feldpostanschriften von Soldaten, denen dadurch die (illegalen) Zeitungen und Flugschriften zugesandt werden konnten.

Viele Mitglieder des "Soldatenrat" wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Mit einer Ausnahme waren die Gruppenmitglieder sehr jung, zwischen 18 und 25 Jahre alt. Anni Gräf war mit 18 Jahren die Jüngste im Landesgericht Wien hingerichtete Widerstandskämpferin.

Verhaftung, Todesurteil, Hinrichtung

Friedrich Mastnys Verhaftung fand am 13.5.1942 statt. Am 22. September 1943 wurde er vom Volksgerichtshof in Krems an der Donau zum Tode verurteilt und am 2. November 1943 im Wiener Landesgericht durch das Fallbeil hingerichtet.

Aus dem Tonband der Gestapo Wien, vom 19. bis 20.5.1942

“In Fortsetzung der Aktion gegen die KPÖ wurde am 13. und 14.5.1942 nach langwierigen Betrachtungen und Ermittlungen gegen eine Gruppe von KJV-Angehörigen eingeschritten, die seit den Sommermonaten des Jahres 1941 besonders aktivistisch tätig war und einen Großteil der seit dieser Zeit erschienenen kommunistischen Literatur hergestellt und verbreitet hat. In diesem Zusammenhang konnte nunmehr auch die aus den gleichen Kreisen stammende Versendung kommunistischer Zersetzungsschriften an Frontsoldaten und Zivilpersonen geklärt werden. Insgesamt wurden bei dieser Aktion vorläufig 19 Personen festgenommen, die durchwegs im Rahmen des KJVÖ als Funktionäre und Mitarbeiter tätig waren oder die aktivistischen Bestrebungen des KJVÖ auf sonstige Weise gefördert haben. Festgenommen wurden am 13.5.1942: Friedrich Mastny, Obergefreiter des Inf.-Ers. (-Btl.) 265, zuletzt Heeresentlassungsstelle II, (…) M. ist seit dem Jahre 1939 im KJVÖ als Funktionär tätig, war zuletzt Leiter des KJVÖ und hat im September 1941 in Gemeinschaft mit den bereits festgenommenen KJV-Funktionären Walter Georg Kämpf und Elfriede Hartmann einen Vervielfältigungsapparat angekauft, mit welchem M. seither die kommunistischen Flugschriften “Die rote Jugend” und “Der Soldatenrat” Nr. 1 bis 4 in mehreren Tausend Exemplaren hergestellt hat.”

Straßenbenennung

Im Jahr 1989 wurde die Mastnygasse im 14. Wiener Gemeindebezirk nach dem Widerstandskämpfer benannt.

Gedenktafel

Im November 1956 wurde an seinem früheren Wohnhaus in Wien-Penzing, Gurkgasse 51, eine Gedenktafel für Friedrich Mastny enthüllt.

Gedenkort

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Die Gedenkstätte auf der Gruppe 40, Zentralfriedhof

Weblinks und Quellen


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